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Das Wirtschaftslexikon

 

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29. 05. 2017

Vergleich - Bezeichnet sowohl die Vereinbarung zwischen Gläubigern und Schuldner bei Insolvenz des Schuldners zur Abwendung eines Konkurses (geregelt in der Vergleichsordnung) als auch die Beilegung einer Rechtsstreitigkeit durch gegenseitiges Nachgeben. gegenseitiger Vertrag, durch den >>> Vergleich


Bilanzkennzahlen - (balance sheet ratios) Die Aufbereitung und Auswertung von Bilanzen erfolgt mit Hilfe von Bilanzkennzahlen. Die verschiedenen Positionen der Bilanz werden zu Hauptpositionen zusammengefasst: Sachanlagen, Vorräte, Forderungen und flüssige Mittel auf der Aktivseite, entsprechend auf der Passivseite Eigenkapital, langfristiges und kurzfristiges Fremdkapital. Die Hauptpositionen werden sodann in Prozent der Bilanzsumme ausgedrückt. Vermögensstruktur und Kapitalaufbau werden erkennbar, wenn die Eigenkapitalquote und der Verschuldungsgrad bekannt >>> Bilanzkennzahlen


Investitionsprozess - 1. Investition als betriebswirtschaftliche Entscheidung Jede betriebliche Investition (siehe auch  Investitionswirtschaft) ist ein Prozess und kann somit in Phasen untergliedert werden. Betrachtet man die Investition als Entscheidungsproblem, so lassen sich nach Heinen (1971, S. 27) vier Handlungsabschnitte definieren: · die Anregungsphase zum Erkennen und Klarstellen des Problems, · die Suchphase mit der Festlegung von Kriterien der Suche nach Alternativen sowie der Beschrei­bung und Bewertung ihrer Konsequenzen, · die Optimierung als Entscheidungsphase, also die Bestimmung der günstigsten Alternative, und schliesslich · die Durchsetzungs- und Kontrollphase mit der Verwirklichung und Kontrolle der Ausführung. Diese 1966 definierte Begrifflichkeit wird heute noch benutzt. Der Ansatz geht von einer linearen Planbarkeit der Investitionstätigkeit aus, bei der die Attribute der Investitionstätigkeit bekannt sind. In­vestiert man jedoch in Bereiche, wo nicht auf eine operative Erfahrung zurückgegriffen werden kann, so müssen die Phasen mehrfach durchlaufen werden: Die Investition wird zum iterativen Prozess. 2. Investition als linearer Prozess Olfert (2001, S. 66) beschreibt die Investition als linearen Prozess. Nach dem  Wasserfallmodell fliesst das Ergebnis einer jeden Phase als Input in die Folgephase, bis der Prozess abgeschlossen ist. Ganz im Sprachgebrauch von Heinen spezifiziert er · die Anregungsphase als Tätigkeit, wo nach der Anregung der Investition eine Problembeschrei­bung erfolgt, · die Suchphase durch die Festlegung der Bewertungskriterien, die Festlegung der Begrenzungskri­terien und die Ermittlung der Investitionsalternativen, · die Entscheidungsphase mit der Vorauswahl, der Bewertung und der Bestimmung der vorteilhaf­testen Investitionsalternative. · Die Durchführungsphase verbleibt ungegliedert. In der Kontrollphase werden ein Soll-Ist‑Vergleich und eine Abweichungsanalyse vollzogen. Die Investitionstätigkeit grenzt wirtschaftliche Handlungen ab, deren Werteverzehr in den anschliessen­den Perioden erfolgt. Diese Handlungen stehen im Kontext von anderen wirtschaftlichen Überlegun­gen. Es entsteht somit ein Planungssystem, in dem die Investitionsplanung ein Element ausbildet. Sind alle Elemente gut determiniert, so kann die Investition als linearer Prozess umgesetzt werden. 3. Investitionsplanung Der endogene Handlungsraum der Investitionsplaner ergibt sich aus der operativen Festlegung des Be­triebsgeschehens. Olfert (2001, S. 117; siehe Abb. 1) unterscheidet in der betrieblichen Praxis zwischen drei Planungsbereichen für · die erfolgswirtschaftliche Planung, · die leistungswirtschaftliche Planung und · die finanzwirtschaftliche Planung. Ausgangspunkt ist hierbei die Achse aus dem leistungswirtschaftlichen Bereich, welche in einer   Sukzessivplanung die Erstellung von Absatz-, Lager- und Produktionsplänen vorsieht. Hieraus er­geben sich im erfolgswirtschaftlichen Bereich der Kosten-, der Erfolgs- und der Ertragsplan. Die sechs Planungselemente bilden einen in sich geschlossenen Regelkreis zur Stellgrössenbestinunung, der so lange durchlaufen wird, bis das Ergebnisniveau der Ertragsplanung dem Anspruchsniveau der Ent­scheidungsträger entspricht. Aus dem Produktionsplan ergeben sich die Personal-, die Beschaffungs- und die Investitionsplanungen. Dabei stellt der Investitionsplan einen Hybrid dar, welcher sowohl dem leistungswirtschaftlichen als auch dem finanzwirtschaftlichen Bereich zuzuordnen ist, gilt es doch, sowohl die Objektbeschaffenheit als auch deren finanziellen Auswirkungen der einzelnen Investitionsprozesse festzusetzen. Die drei letztgenannten Pläne definieren den Ausgabenplan, die Absatzplanung bestimmt den Einnah­menplan, und hieraus ergibt sich >>> Investitionsprozess



28. 05. 2017

Amoroso-Robinson-Relation - in der Preistheorie entwickelte Optimalitätsbedingung für gewinnmaximale Preise, wonach Grenzkosten und Grenzerlös gleich sein müssen. Im Monopol gilt also für den ge­winnoptimalen Preis p!i, der Preiselastizi­tät e und den Grenzkosten bezüglich der Menge K’s. Dabei handelt es sich nur im Fall einer isocla- stischen (multiplikativen) Preis-Absatz- funktion um eine Bestimmungsgleichung, ansonsten wegen der wechselseitigen Ab­hängigkeit von e und p“' nur um eine Fixpunktgleichung. Bei oligopolistischen Bedingungen muss die Relation um Kreuzpreis- (&j) und Re­aktionselastizitäten (r) erweitert werden. Es gilt dann: Die Robinson-Amoroso-Relation dient eher theoretischen als praktischen Zwecken, weil sie sehr leicht deutlich macht, zu welchen Preiswirkungen veränderte Preis-, Kreuz­preis- ode r Reaktionselastizitäten führen. der zuerst von den Nationalökonomen Luigi Amoroso und Joan Robinson herausgearbeitete funktionale Zusammenhang zwischen Grenzausgabe (A¢) bzw. auch Grenzerlös (E¢), Preis (p) und Eigenpreiselastizität der Güternachfrage ( >>> Amoroso-Robinson-Relation


Dokumentenakkreditiv - 1. Grundstruktur: Das Dokumentenakkreditiv (Documentary Credit, Letter of Credit L/C) ist ein Zah­lungsversprechen (eine Zahlungsgarantie) der Bank des Importeurs zu Gunsten des Exporteurs. Dieses Zahlungsversprechen gibt die Importeurbank (sog. akkreditiveröffnende Bank, kurz: Akkreditivbank) im Auftrag und nach den Weisungen des Importeurs ab. In die Akkreditivabwicklung ist regelmässig eine Bank im Land des Exporteurs eingeschaltet. Um Zahlung zu erlangen, muss der akkreditivbegüns­tigte Exporteur Dokumente einreichen, die den Versand der Ware und andere Exportsachverhalte be­weisen. Massgebliche Rechtsgrundlage für die Abwicklung von Dokumentenakkreditiven sind die   Einheitlichen Richtlinien und Gebräuche für Dokumenten-Akkreditive (ERA) der Internationalen Handelskammer (/CC), die von den meisten Banken bzw. Bankenverbänden der Welt anerkannt sind. Einteilung nach der Sicherheit des Exporteurs: (1) Widerrufliche Dokumentenakkreditive können von der Akkreditivbank (Importeurbank) jederzeit und ohne vorherige Nachricht an den Akkreditivbe­günstigten (Exporteur) geändert oder annulliert werden. Sie kommen in der Praxis sehr selten vor. (2) Unwiderrufliche Dokumentenakkreditive begründen — je nach Akkreditivart — eine feststehende (unwiderrufliche) Verpflichtung der Akkreditivbank (Importeurbank) zur sofortigen bzw. zur hinausgescho­benen Zahlung bzw. zur Akzeptleistung mit späterer Zahlung (siehe unten). (3) Bei unbestätigten Do­kumentenakkreditiven hat der Begünstigte nur einen Anspruch auf Zahlung an die Akkreditivbank (Im­porteurbank). (4) Ist dagegen ein Dokumentenakkreditiv durch eine sog. andere Bank bestätigt worden, dann begründet diese Bestätigung einen selbstständigen (zusätzlichen) Zahlungsanspruch des Begüns­tigten an diese Bestätigungsbank (Akkreditivbestätigung). >>> Dokumentenakkreditiv


Budget - In der Gesundheitswirtschaft: budgetDurch ein Budget wird eine Obergrenze für die von Leistungserbringern (z.B. Vertragsärzte, Krankenhäuser) insgesamt veranlassten Ausgaben festgelegt. Zum Teil wurden Budgets mit Regressregelungen verknüpft. So waren z.B. bis zur Abschaffung des Arznei- und Heilmittelbudgets durch das Arzneimittelbudget-Ablösungsgesetz die Kassenärztlichen Vereinigungen mittels eines Kollektivregresses verpflichtet, den das Budget überschreitenden Betrag den Krankenkassen zu erstatten. In den 90er-Jahren waren Budgets ein gängiges Instrument der Politik zur Kostendämpfung, allerdings wurde das von den gesetzlichen Krankenkassen lange geforderte Globalbudget als Obergrenze für alle Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) politisch nie umgesetzt. Mit dem Arzneimittelbudget-Ablösungsgesetz wurde für einen wichtigen Ausgabenbereich der GKV das Instrument der Budgetierung aufgegeben und durch Zielvereinbarungen ersetzt. Zum 1. Juli 2003 sind durch Entscheidung des erweiterten Bewertungsausschusses auch die Praxisbudgets im Rahmen der vertragsärztlichen Vergütung abgeschafft worden. Mit dem GKV-Modernisierungsgesetz vorbereitet und zum 1. April 2007 durch das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz weiterentwickelt, wird durch eine grundlegende Reform der vertragsärztlichen Vergütung das bisher budgetierte Finanzvolumen für ärztliche Leistungen von der Steigerung der Grundlohnsumme abgekoppelt und das bisher von floatenden Punktwerten geprägte Honorarsystem abgelöst durch eine Euro-Gebührenordnung. Die noch andauernde Budgetierung im Rahmen der >>> Budget



27. 05. 2017

Schuldscheindarlehen - Aufnahme eines Darlehens gegen Schuldschein, in dem Rückzahlung und Verzinsung geregelt sind. Der Schuldschein ist eine Beweisurkunde, aber kein Wertpapier. ist ein anleiheähnlicher, langfristiger Grosskredit, der von Kapitalsammelstellen — die nicht Kreditinsti­tute sind — gegen Ausstellung eines   Schuldscheins vergeben wird. Der Schuldschein ist allerdings kein konstitutives Merkmal des Schuldscheindarlehens, sodass in der Praxis vielfach auf die Ausstellung des Schuldscheines verzichtet wird. Stattdessen wird ein individuel­ler Kreditvertrag abgeschlossen („schuldscheinloses Schuldscheindarlehen”). Obwohl es sich damit nicht mehr um ein Schuldscheindarlehen im engeren Sinne handelt, wurde der Terminus des Schuld­scheindarlehens für bei Kapitalsammelstellen aufgenommene langfristige Grosskredite beibehalten. Grundsätzlich können alle Unternehmen unabhängig >>> Schuldscheindarlehen


Börse - Amtlicher Markt für Wertpapiere, Devisen und bestimmte Waren, auf dem vereidigte Makler (Kursmakler) während der Börsenstunden Kurse (Preise) für Wertpapiere, Devisen und Waren feststellen, die sich aus den bei ihnen vorliegenden Kauf- und Verkaufsaufträgen ergeben. Wertpapierbörse. ist ein regelmässig zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort stattfindender Markt für vertret­bare Güter und meint in der Regel eine Wertpapierbörse, insbesondere für den Handel mit   Aktien auf dem  Aktienmarkt. Neben Wertpapierbörsen existieren vielfältige, auch lediglich regionale Wa­ren- oder Produktbörsen. Gesetzliche Grundlage sind das Börsengesetz und dieses flankierende Geset­ze. Internetadressen: (Börsengesetz online) http://www.gesetze-im-internet.de; (tägliche Börsencharts und Börsenberichte) http://boerse.ard.de, http://www.böerse-online.de; (Frankfurter Wertpapierbörse) http://deutsche-boerse.com = http://www.exchange.de Erscheinungsform von Marktveranstal­tungen, bei der regelmäßig und dauerhaft an einem Ort standardisierte und in ihrer Be­schaffenheit eindeutig beschreibbare („fun­gible“) Güter gehandelt werden, ohne dass diese am Handelsort selbst anwesend sein müssen. Besonders verbreitet sind Börsen im Devisen- und Wertpapierhandel sowie bei Rohstoffen und landwirtschaftlichen Pro­dukten. Aber auch Versicherungen und Frachtrechte werden an sog. Dienstlei­stungsbörsen gehandelt. Öffentliche Börsen unterliegen einer amtlichen Börsenaufsicht. hochorganisierter, örtlich abgegrenzter, nach festen Regeln und zu bestimmten Zeiten stattfindender Markt für fungible Gegenstände . Folgende Arten von B. sind zu unterscheiden: >>> Börse


Regelkreis - In der Wirtschaftssoziologie: geschlossenes System mit Rückkopplung, das aus Regler, Stellgrösse, Steuer- oder Regelstrecke und Regelgrösse besteht. Die Regelstrecke besteht aus den Teilen des Systems, die in der Regelung so beeinflusst werden, dass die Regelgrösse einem vorgegebenen Sollwert, auch Führungsgrösse, entspricht. Stellt >>> Regelkreis



26. 05. 2017

Wettbewerbsstrategie - (Industrie und Einzelhandel). Michael Porter diskutiert drei allgemeine Strategietypen, mit Hilfe derer Unternehmen eine erfolgreichere Marktposition einnehmen können als ihre Konkurrenten: Umfassende Kostenführerschaft („overall cost leadership”), Differenzierung („differentiation”) und Konzentration auf Schwerpunkte („focus”), wobei die Schwerpunkte entweder mit der Kostenführerschafts- oder mit der Differenzierungsstrategie bearbeitet werden sollen. Die These, dass Kostenführer bzw. Differenzierer erfolgreicher sind als solche Unternehmen, die sich weder für die eine noch die andere Strategie entscheiden können und damit laut Porter „zwischen den Stühlen sitzen”, kann im Prinzip durch empirische Forschung bestätigt werden. Allerdings kann im Zu­ge der Marktevolution der Erfolg von der Fähigkeit des Unternehmens abhängen, einen Kosten- und Differenzierungsvorteil zugleich zu realisieren (= Outpacing Strategie). Outpacing-Unternehmen verbessern also entweder erst die Leistung und streben dann Kostenreduktionen an oder sie gehen in umgekehrter Reihenfolge vor. Siehe auch   Marketing, Internationales (mit Literaturangaben). Die Wettbewerbsstrategie als Teil des Strategischen Marketing ist dadurch ge­kennzeichnet, dass ein Unternehmen seine Strategie nicht isoliert entwickelt, sondern am gesamten relevanten Umfeld ausrichtet. Ziel der Wettbewerbsstrategie ist die Errei­chung bzw. Verteidigung einer gewinnopti­malen Position innerhalb einer Branche bzw. deren Wertkette. Bestimmungsfaktoren der Wettbewerbsstrategie sind auf der einen Seite die B ranchenstruktur undaufder ande­ren Seite die relative Position im Vergleich zu den Konkurrenten. Die Branchenstruktur wird nach Porter (1983) im wesentlichen durch fünf Wettbe­werbskräfte determiniert: Verhandlungsstärke der Abnehmer: Die Attraktivität einer Branche und hier insb. die Profitabilität wird wesentlich von der Verhandlungsmacht der Kunden be­stimmt. Starke Abnehmer oder Nachfra­gemonopole können Preise und Qualitä­ten der Produkte und damit auch die Gewinnspanne bestimmen (vertikales Marketing). Verhandlungsstärke der Lieferanten: Analog den Kunden können auch Liefe­ranten eine so starke Position besitzen, dass sie Preise und Konditionen bestim­men. Falls die Unternehmen die höheren Kosten nicht über höhere Preise an ihre Kunden weitergeben können, ergeben sich direkte negative Konsequenzen für die Profitabilität der Branche. Bedrohung durch neue Konkurrenten: Neue Marktteilnehmer bedeuten neue Kapazitäten und häufig auch neue Spielre­geln des Wettbewerbs, beides potentielle Gründe für eine sinkende Rentabilität. Schutz vor neuen Konkurrenten bieten nur hohe Markteintrittsbarrieren, die es für neue Konkurrenten unmöglich oder unattraktiv machen, in den Markt herein­zukommen. Gefahr durch Substitutionsprodukte: Un­ternehmen müssen permanent damit rechnen, dass neue innovative Produkte zur Verdrängung der existierenden Pro­dukte führen. Änderungen im Konsu­mentenverhalten können auch zu einer Substitution durch bestehende Produkte führen. Der Grad der Rivalität zwischen existie­renden Wettbewerbern: Die Rentabilität innerhalb einer Branche hängt ebenfalls von dem Grad der aktuellen Wettbe­werbsintensität ab, der zwischen friedlich und kriegerisch variieren kann. Wichtig ist i. d. R. die Frage, mit welchen Instrumen­ten der Wettbewerb primär ausgetragen wird. Bei vorherrschendem Preiswett­bewerb befinden sich alle Unternehmen bis auf den Kostenführer in einer schwierigen Situation. Bei Wettbewerb über vorwiegend nichtpreisliche Instru­mente sind die Rentabilitätserwartungen d. R. besser. Neben der Branchenstruktur ist für die Wettbewerbsstrategie des individuellen Un­ternehmens entscheidend, welche relative Wettbewerbsposition es z. Z. einnimmt. Der gedankliche Rahmen zur Beantwortung die­ser Frage ist das Strategische Dreieck. Die eigene Leistungsfähigkeit, die Leistungs­fähigkeit der Konkurrenz sowie die Erwar­tungen und Wahrnehmungen der Kunden beeinflussen gleichermaßen die Wettbe­werbsstrategie eines Unternehmens. Ein wichtiger Punkt ist hierbei die Wahrneh­mung der Kunden. Es kommt neben der ob- jektiv-technischen Leistungsfähigkeit auch auf die von den Kunden wahrgenommenen Stärken und Schwächen an, also auf die sub­jektiv wahrgenommene Leistungsfähig­keit. Bei Diskrepanzen zwischen objektiv­technischer und subj ektiv wahrgenommener Leistung resultieren die in der Abb. darge- stelltenStrategieempfehlungen. Basis für den letztlichen Erfolg der Wettbe­werbsstrategie ist die positive Differenzie­rung eines Unternehmens von seinen Kon­kurrenten, es benötigt einen Strategischen Wettbewerbsvorteil. In Analogie zur Evolu­tionstheorie muss ein Unternehmen zumin­dest einen strategischen Wettbewerbsvorteil besitzen, umlangfristigüberlebenzukönnen. Porter unterscheidet auf Basis des strategi­schen Dreiecks drei Basisformen von Wett­bewerbsstrategien: die Strategie der Kostenführerschaft, die Differenzierungsstrategie und die Konzentration auf ganz bestimmte Marktsegmente (Marktsegmentie­rung), womit im Grunde an die im Rahmen der Marktsegmentierung entwickelten Op­tionen >>> Wettbewerbsstrategie


Gratisaktie - Unzutreffende Bezeichnung für Berichtigungsaktie (auch Zusatzaktie oder Aufstockungsaktie genannt). (österreichisches Recht). Gratisaktien sind Aktien, die ohne zusätzliche Einlageverpflichtung an beste­hende Gesellschafter im Verhältnis ihrer Beteiligungen ausgegeben werden; so etwa bei Durchführung einer Kapitalberichtigung im Wege der Umwandlung von Rücklagen in Nennkapital (vgl. die >>> Gratisaktie


Cash flow - (engl. Bargeldfluß) Kennzahl des Gewinnanteils einer Periode, der zur (Selbst)Finanzierung von Investitionen sowie zur Gewinnausschüttung eingesetzt werden kann. 1. in der Wirtschaftlichkeitsrechnung des Unternehmens (Betrieb, I., 2.) bei der Kostenvergleichsrechnung >>> Cash flow



25. 05. 2017

Outsourcing - 1. Rechtliche und organisatorische Auslagerung von Funktionen auf externe, darauf spezialisierte Leistungsanbieter (Insourcer) als eine Art Fremdbezug, die auch eigene Tochtergesellschaften oder Beteiligungsunternehmen sein können. Als Insourcer kann naturgemäss auch eine andere Bank auftreten, was in der Praxis auch meist etfolgt: so ein auf Zahlungsverkehrs-, Wertpapierabwicklung usw. spezialisiertes Institut. Besondere Beachtung findet das Outsourcing-Entscheidungsproblem Eigenfertigung oder Fremdbezug bzw. Make-or-Buy seit jeher im Industriebetrieb, vor allem im Produktionsbereich hins. der Bereitstellung von Einsatzgütern und Endprodukten. Bei Banken sind insb. im Rahmen der Lean-banking-Diskussion und der Rückbesinnung auf Kernkompetenzen in den letzten Jahren verstärkt Auslagerungen einzelner Tätigkeitsbereiche erfolgt, wobei die öffentlich-rechtlichen und genossenschaftlichen Banken seit jeher im Gegensatz zu den privaten bestimmte Aufgaben auf Spitzeninstitute oder Verbundunternehmen übertragen konnten. Überwiegend werden innerbetriebliche Bankleistungen des internen Leistungsbereichs fremdbezogen, bspw. Fahrdienst, Kantinenservice, Informationsverarbeitung, Research. In jüngerer Zeit kommt es auch zum Outsourcing von Markt- oder solchen nahe kommenden Leistungen, etwa im Kreditgeschäft, Zahlungsverkehr, Wertpapiergeschäft u. a. Beim Outsourcing hat die Bank neben der Qualitätssicherung darauf zu achten, dass die externen Dienstleister Regeln des Bankgeheimnisses und Anforderungen des Datenschutzes wahren. Wegen der exponierten Stellung der Banken in der Volkswirtschaft können aus einem Verstoss gegen das Sicherheitsprinzip schwerwiegende Vertrauens- und Imageverluste resultieren. 2. Auch: Auslagerung. Nach MaRisk dürfen Banken teilweise oder vollständige Auslagerungen von Aktivitäten und Prozessen darf im Rahmen der Grundsätze nach $25a Abs. 2 KWG und unter Einhaltung diesbezgl. von der BaFin erlassener Regelungen vornehmen. Hins, der Auslagerung der internen Revision auf externe Personen oder auf die Konzernrevision sind zudem die betr. Bestimmungen der MaRisk zu befolgen. 1. Charakterisierung Outsourcing ist ein Begriff, der aus dem amerikanischen Wirtschaftsleben kommt. Er ist eine Abkür­zung von Outside Resource Using und bedeutet die Nutzung ausserhalb des Unternehmens liegender Ressourcen. Unter Outsourcing wird die Verlagerung von selbst durchgeführten Leistungen auf externe Dienstleister verstanden. Dabei kann es sich um technische oder andere Leistungen handeln. Outsourcing stellt eine Teilproblematik der übergeordneten Thematik Make-or-Buy dar: während die Make-or-Buy-Problematik eine Entscheidung über Eigenfertigung oder Fremdbezug von Produkten oder Leistungen beinhaltet, befasst sich Outsourcing nur mit der Verlagerung bisher intern durchge­führter Dienstleistungen. Ein weiterer wesentlicher Unterschied ergibt sich aus der zeitlichen Betrach­tung: Make-or-Buy-Entscheidungen können bereits in einem sehr frühen Stadium der Produktentwick­lung getroffen werden, Outsourcing-Überlegungen setzen i.d.R. immer ein „hake” voraus . 2. Arten von Outsourcing Grundsätzlich kann zwischen internem und externem Outsourcing unterschieden werden. Unter inter­nen Outsourcing kann man die Verlagerung von Tätigkeiten von einem Bereich auf einen anderen Be­reich des Unternehmens verstehen. Der die Leistungen übernehmende Bereich kann im Unternehmen integriert sein; er kann aber auch in unterschiedlichem Ausmass selbstständig sein, z.B. eine (Service-) Tochtergesellschaft oder eine Beteiligungsgesellschaft. Handelt es sich um ein rechtlich und kapitalmässig unabhängiges Unternehmen, so spricht man von ex­ternem Outsourcing. 3. Ziele des Outsourcing Zwei wesentliche Ziele werden mit Outsourcing verfolgt: Kostensenkung und langfristige Wettbe­werbsvorteile. Der Aspekt „Kostensenkung” kann der operativen Ebene zugerechnet werden, der Ge­sichtspunkt „langfristige Wettbewerbsvorteile” der strategischen Dimension. Durch den Fremdbezug von strategisch unbedeutenden Dienstleistungen sollen primär Kosteneinspa­rungen, durch Outsourcing strategisch bedeutender Dienstleistungen vorrangig Wettbewerbsvorteile er­reicht werden. Strategisch unbedeutende Dienstleistungen tangieren die   Kernkompetenzen des Unternehmens nicht; für sie kann mit Hilfe von Kostenvergleichsrechnungen die Vorteilhaftigkeit des Fremdbezuges ermittelt werden. Durch die Vergabe selbst erstellter Leistungen an einen externen Dienstleister werden im eigenen Unternehmen Fixkosten abgebaut, die beim externen Dienstleister nur entsprechend der Inanspruchnahme bezahlt werden müssen. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer Variabilisierung der Fixkosten. Je dichter eine Leistung am Kerngeschäft von Unternehmen liegt, umso höher ist deren strategische Bedeutung und umso schwieriger wird der Outsourcingprozess. Weitere Ziele des Outsourcing können die Reduzierung von   Komplexitätskosten sowie die Erhöhung der Qualität und der Flexibilität durch spezialisierte Dienstleister sein. 4. Outsourcing-Entscheidungen Bei auf der operativen Ebene outzusourcenden Leistungen sind erzielbare Kostenvorteile entscheidend. Zur Ermittlung der Höhe möglicher Einsparungen werden Kostenvergleichsrechnungen >>> Outsourcing


Finanzkapital - In der Wirtschaftssoziologie: Finanzkapitalismus in der Wirtschaftswissenschaft >>> Finanzkapital


Preisfigureneffekt - wissenschaftlich nicht bestätigte Einflüs­se bestimmter Preis-Endziffern auf die Preiswahrnehmung und Preisbeurtei­lung. Manchmal wird z. B. argumentiert, dass „ungerade“ Preise als „knapper kalkuliert“ und deshalb günstiger empfunden werden als runde Preise. Ferner wurde behauptet, dass >>> Preisfigureneffekt



24. 05. 2017

Telefonverkauf - umfaßt den systematischen Einsatz des Tele­fons als Verkaufs-, Informations-, Informationsbeschaffungs- und Kundendienst-In­strument. Es ist ein Instrument des Direktmarketing mit ausgeprägt interakti­ver Funktion. In der Hauptsache werden passiver und aktiver Telefonverkauf unter­schieden. Beim passiven Telefonverkauf geht die Initiative vom Kunden aus. Angebote der DBP, wie der Service 130 oder die Anruf­weiterleitung Gedan fördern die Aktivität des Kunden. Entsprechende Kontakte (selbst Beschwerden!) werden dann durch geschickte Gesprächsführung dazu benutzt, neue Aufträge zu gewinnen oder zumindest neue Kontaktketten aufzubauen. Beim aktiven Telefonverkauf ruft ein An­bieter oder ein beauftragtes Dienstleistungs­unternehmen den Kundien an. Diese Art des Persönlichen Verkaufs, ist besonders ko­stengünstig gegenüber dem Besuch beim Kunden und im Zusammenhang mit dem Vordringen des Direktmarketing in den letzten Jahren nicht nur im gewerblichen Sektor, sondern auch im Privatgeschäft stark in den Vordergrund getreten. Z.T werden für diese Zwecke spezialisierte Dienstleister in Anspruch genommen. Die größere Schwierigkeit des Telefonver- kaufs gegenüber dem Besuchsverkauf, in dem Verkäufer und Kunde unmittelbar per­sönlich anwesend sind, liegt in der Beschrän­kung auf die verbale Kommunikation (insb. keine Einsatzmöglichkeit >>> Telefonverkauf


Lastschrift - Die Lastschrift ist ein Einzugspapier, mit dem der Zahlungsempfänger durch Vermittlung seiner Bank (erste Inkassostelle) aus dem Guthaben des Zahlungspflichtigen bei derselben oder einer anderen Bank (Zahlstelle) den geschuldeten Betrag erhebt, und zwar aufgrund - einer vom Zahlungspflichtigen dem Empfänger erteilten Ermächtigung (Einzugsermächtigung) oder - eines der Zahlstelle vom >>> Lastschrift


Grundschuld - Dingliche Belastung eines Grundstücks in der Weise, dass an den Gläubiger eine bestimmte Geldsumme aus dem Grundstück zu zahlen ist. Unterschied zur Hypothek: Eine Forderung ist nicht Voraussetzung für die Entstehung der Grundschuld. Wie die   Hypothek ist die Grundschuld ein Grundpfandrecht und damit ein dingliches Kreditsiche­rungsmittel (siehe auch   Kreditsicherheiten), welches den Grundschuldbesteller im Fall der Nicht­zahlung einer ausstehenden Forderung verpflichtet, die Duldung der Zwangsvollstreckung in sein Grundstück zu dulden (1147, i.V.m. 1191 BGB). Die Regeln über die Hypothek sind daher grundsätz­lich auch auf die Grundschuld anwendbar (§ 1192 BGB). Im Unterschied zur Hypothek besteht bei der Grundschuld keine Abhängigkeit vom Sicherungsgegenstand (hier Grundschuld) und Forderung (Ak­zessorietät). Die fehlende Akzessorietät der Grundschuld ermöglicht den Parteien zwar speziell das Auswechseln und Austauschen von Forderungen für eine bereits bestehende Grundschuld. Im Gegen­satz zur Hypothek braucht eine Grundschuld daher nicht kostenintensiv für jede neu zu sichernde For­derung neu bestellt zu werden. Das Auseinanderfallen von Forderung und dem Sicherungsmittel der Grundschuld beinhaltet jedoch erhebliche wirtschaftliche Gefahren: Beispielsweise bewirkt die Aufga­be der Verknüpfung von Forderung und >>> Grundschuld



23. 05. 2017

Anzahlungen auf Anlagen - (advance payment on fixed assets) Geleistete Anzahlungen auf Anlagen sind vertragsmäßige Vorausleistungen. Solche Vorschusszahlungen sind häufig bei: s Bauvorhaben, infolge der langen Ausführungszeit A Anlagegütern, die eine Sonder- oder Spezialanfertigung erfordern S Anlagegütern aus dem Ausland Geleistete Anzahlungen liegen vor, sobald der Auszahlungsbetrag >>> Anzahlungen auf Anlagen


Stille Gesellschaft - Beteiligung eines Dritten mit einer Einlage an einem Handelsgewerbe, ohne dass der Dritte nach außen in Erscheinung tritt. Der stille Gesellschafter haftet nur mit seiner Einlage. ist keine juristische Person, sondern eine Personengemeinschaft, bei der sich jemand (stiller Teilhaber) an dem Handelsgewerbe eines Kaufmanns mit einer Einlage beteiligt. >>> Stille Gesellschaft


Umweltmanagement - 1. Charakterisierung Umweltmanagement (andere Bezeichnungen: environmental management, eco-management,   Öko­management,   betriebliches Umweltmanagement) berücksichtigt bei der Planung, Durchsetzung und Kontrolle der Unternehmensaktivitäten in allen Bereichen Umweltschutzziele zur Vermeidung und Verminderung von Umweltbelastungen und zur langfristigen Sicherung der Unternehmensziele. Es ist jener Teil des gesamten Managementsystems, der die Organisationsstruktur, Planungstätigkeiten, Ver­haltensweisen, Vorgehensweisen, Verfahren und Mittel für die Festlegung, Durchführung, Verwirkli­chung, Überprüfung und Fortführung der  betrieblichen Umweltpolitik betrifft. 2. Merkmale Merkmale von Umweltmanagement sind: (1) Mehrdimensionale Zielausrichtung, d.h. keine ad hoc- und keine punktuellen Umweltschutz-Einzelmassnahmen, sondern aufbauend auf einer Analyse des Unternehmens ein systematisch ge­plantes, systematisch umgesetztes und kontrolliertes Umweltschutzverhalten zur Vermeidung von Umweltbelastungen als ein Unternehmensziel im Kontext der gesellschaftlichen, umweltbezoge­nen und ökonomisch-wettbewerblichen Anforderungen an das Unternehmen. Die Analyse der ge­samten Umweltauswirkungen des Unternehmens erfolgt dabei auf Basis einer interdisziplinären Erfassung und Bewertung der Stoff- und Energieströme in den Vorstadien der Produktion, der ei­gentlichen Produktionsphase, der Konsumphase und der Phase der Kreislaufschliessung. (2) Funktionsübergreifender Charakter, d.h. alle betrieblichen Funktionen, z.B. Beschaffung, Produk­tion, Absatz etc., werden in die Umweltschutzaktivitäten des Unternehmens einbezogen. Somit er­hält das Umweltmanagement einen prozessorientierten und vernetzten Charakter, möglichst orien­tiert an den betrieblichen Wertschöpfungsprozessen, auf der Basis lernfähiger bzw. evolutionärer organisatorischer Konzepte. Umweltmanagement wird zur Querschnittsfunktion im Unternehmen. (3) Unternehmensübergreifender Charakter, d.h. es sollen vertikale Allianzen mit vor- und nachgela­gerten Unternehmen und branchenbezogene, kooperative horizontale Allianzen angestrebt werden, um Umweltschutz zu ermöglichen. (4) Proaktives Verhalten, d.h. Umweltmanagement reagiert nicht auf vorgegebene Randbedingungen (z.B.   Umweltrecht, Wettbewerber, öffentliche Meinung), sondern entwickelt (innovative) Lö­sungen und setzt diese um, bevor das Umfeld das Unternehmen zum Reagieren zwingt. Umwelt­management bedeutet somit eine langfristige, strategische Ausrichtung des Unternehmens unter gesellschaftlichen, umweltbezogenen und ökonomisch-wettbewerblichen Aspekten. (5) Ausrichtung an den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung, d.h. alle umweltbezogenen Ziele orientieren sich an den Erfordernissen einer  nachhaltigen Entwicklung. 3. Leitbilder Umweltmanagement orientiert sich an folgenden Leitbildern: (1) für den Umgang mit Ressourcen ist ein Wandel zu bewirken, weg von Energieverschwendung hin zu Energieeffizienz, weg von Materialverschwendung einer Durchflusswirtschaft hin zu Material­effizienz und Kreislaufwirtschaft, der Schliessung von technischen und biologischen Kreisläufen, der Materialeffektivität, (2) die bisherige Produktorientierung soll durch eine Funktionsorientierung abgelöst werden, bei der statt des Produktes die Funktion des Produktes als Nutzenstiftung in das Zentrum der Betrachtung und des wirtschaftlichen Handelns rückt, (3) der Verbrauch von Naturkapital soll durch eine nachhaltige Nutzung von Naturkapital abgelöst werden, was z.B. neben der Nutzung von Energieträgern auch für Meere, Wälder und auch für die Flächennutzung gelten soll, (4) für die Gestaltung der Produktionsprozesse, einschliesslich der logistischen Prozesse, soll gelten, dass der nachsorgende Umweltschutz, d.h. der Einsatz additiver Umweltschutztechnik oder sogenannter „End-of-pipe-Umweltschutzmassnahmen”, durch vorsorgenden Umweltschutz in Form ei-nes produktionsintegrierten Umweltschutzes abgelöst wird, (5) für die Entwicklung und Gestaltung der Produkte soll gelten, dass der nachsorgende Umwelt-schutz in Form der Abfalltechnik durch vorsorgenden Umweltschutz in Form eines produktintegrierten Umweltschutzes abgelöst wird;  Öko-Design. >>> Umweltmanagement



22. 05. 2017

strategische Bankplanung - Komplexer, permanenter Informationsverarbeitungs- und Willensbildungsprozess, in dem auf der Basis einer rationalen Analyse der geschäftspolitischen Ausgangssituation und zukünftigen Möglichkeiten und Risiken der Bank die Konzipierung und Formulierung von Zielen, Intentionen, Strategien und Massnahmen angestrebt wird. Für einen längeren Zeitraum wird für die Bank die Entwicklung in ihrer Gesamtheit geplant, unter Einbeziehung derjenigen Veränderungen, die sich auf das Gesamtsystem »Bank« beziehen. Dabei besteht die Systematik zum einen in der Forderung nach einem methodisch-rationalen, bewussten und Ziel bezogenen Planungsablauf und zum anderen in einer umfassenden systemtheoretischen Sichtweise, wobei das System »Bank« als ein Subsystem des Gesamtsystems »Umwelt« angesehen wird und damit die aus dem Umfeldsystem resultierenden Einflussfaktoren entspr. berücksichtigt werden. Bankbetriebliche Aktivitäten sind von jeher durch ein kompliziertes System verschiedener Restriktionen, vielfältiger Fremdeinflüsse und zahlreicher Wechselwirkungen mit Elementen des Umfelds beein-flusst worden. Zusätzlich erschwerend wirkt sich i. d. R. aus, dass die gesamten ökonomischen, soziokulturellen Umsysteme der Bank zunehmend einer Komplexitätszunahme unterliegen sowie sich in ihrer Dynamik ebenfalls erhöhen. Strategische ist zu unterscheiden von operativer Bankplanung. Bei deren Abgrenzung ist deutlich, dass Erstere im gesamten Planungssystem die umfassendere Stellung >>> strategische Bankplanung


Kurs-Gewinn-Verhältnis - Begriff aus dem Bereich der Aktienanalyse (wird engl, als Price-Earnings-Ratio >>> Kurs-Gewinn-Verhältnis


Preiskalkulation - Wegen der Eigenart der Bankpreise im Bankwesen nur begrenzt mögliche bzw. sinnvolle Rechnung. zählt als kostenorientierter Ansatz der Preispolitik zu den wichtigsten Zwecken der Kosten- und Leistungsrechnung. Erste kostenrechnerische Konzepte waren sogar ausschließlich auf den Zweck ausgerichtet, Angebotspreise für Absatzleistungen zu er­mitteln. Die Gründe hierfür lagen insb. in der auch heute noch weit verbreiteten Ansicht, man könne den Angebotspreis für ein Pro­dukt oder eine Dienstleistung ohne Berück­sichtigung anderer Einflüsse allein mit Hilfe der Angaben aus der Kostenrechnung be­stimmen, indem den im Rahmen der Kosten­trägerrechnung ermittelten Selbstkosten lediglich ein prozentualer Gewinnzuschlag hinzugefügt wurde („Selbstkosten-plus-Ge- winnzuschlags-Preise progressive Kalkula­tion). Besonders weit verbreitet ist diese Form der Preisbestimmung im Handel, wo die Fülle der Kalkulationsvorfälle zu beson­ders einfachen Preisbestimmungsverfahren zwingt (Handelskalkulation), sowie bei der Angebotspreiskalkulation im Anla­gengeschäft, wo das Fehlen von Marktprei­sen häufig eine kostenorientierte Preisbil­dung nahelegt. Werden dabei die Selbstkosten aufgrund von Plandaten ermittelt, spricht man von Vorkal­kulation, werden hingegen bereits realisierte Istkosten verwendet, von Nachkalkulation. Ergänzt werden diese Kalkulationen durch sog. Schätzkalkulationen, die der möglichst wirtschaftlichen und schnellen Ermittlung von Angebotspreisen für Leistungseinheiten oder Aufträge dienen (Durchgängige Pro­duktkalkulation). Die Ermittlung der Selbstkosten kann auf Basis von Vollkosten oder Teilkosten sowie mit unterschiedlichen Kostenwerten er­folgen. Die Preiskalkulation auf Vollkosten- basis unterscheidet grundsätzlich zwischen Einzel- und Gemeinkosten. Während die Einzelkosten den Produkteinheiten unmit­telbar zugerechnet werden können, erfolgt die Verrechnung von Gemeinkosten mit Hil­fe von Schlüsseln. Je nach Art des Fertigungs- programmes und des Fertigungsverfahrens stehen hierfür unterschiedliche Kalku­lationsverfahren zur Verfügung, die die Gemeinkosten in mehr oder weniger diffe­renzierten Abrechnungsgängen auf Pro­dukteinheiten verteilen. Wenngleich die verschiedenen Varianten der vollkostenorientierten Kalkulationsverfah­ren auch heute noch in weiten Bereichen der Praxis angewendet werden, so muss man doch bei einer Orientierung an den Anforde­rungen, die aus heutiger Sicht an die Preis­kalkulation zu stellen sind, zu der Auffas­sung gelangen, dass die Vollkostenrechnung diesen Anforderungen nicht in befriedigen­der Weise genügt. Den traditionellen For­men der Vollkostenrechnung sind insb. fol­gende kritische Einwendungen entgegen zu halten: Es gibt keinen „richtigen“ Schlüssel für das Weiterwälzen echter Gemeinkosten und damit auch keine richtigen Preise. Werden Fixkosten auf Basis der jeweili­gen Ist-Beschäftigung auf die Kostenträger verrechnet, besteht die Gefahr des „sich aus dem Markt Herauskalkulierens“, weil dann niedrigere Beschäftigung höhere Kosten und damit höhere Preise nach sich zieht, was zu weiterem Beschäftigungsrückgang führt usw. Diese Gefahr ist nur dann nicht gege­ben, wenn der Nachfrager bereit ist, über den Preis sämtliche dem Anbieter entstandenen Kosten voll zu vergüten. Auf eine solche Re­gelung läßt sich bspw. der Staat ein, wenn er Produkte (z. B. wehrtechnische Güter) nach­fragt, für die kein Marktpreis existiert. Die Anbieter solcher von öffentlichen Verwal­tungen und Unternehmen nachgefragten Güter müssen >>> Preiskalkulation



21. 05. 2017

Stakeholder-Ansatz - Ansatz, der neben den Interessen der Anteilseigner sowie jenen der Manager auch Ansprüche anderer Gruppen, hierbei insbesondere Arbeitnehmer, Kunden und Gläubiger als legitime Orientierungspunkte >>> Stakeholder-Ansatz


Bankgeheimnis - Durch Bankvertrag stillschweigend übernommene Verpflichtung der Bank, einem Dritten gegenüber keinerlei Auskünfte über Konten und Depots ihrer Kunden sowie über sonstige ihr aus der Geschäftsverbindung mit dem Kunden >>> Bankgeheimnis


Präferenz - In der Wirtschaftssoziologie: preference, Vorziehen eines Wertes oder Zieles vor einem oder mehreren anderen. im Marketing die Bevorzugung eines Pro­dukts oder eines Lieferanten gegenüber an­deren Produkten bzw. Bezugsquellen seitens eines potentiellen Kunden. Die Betrachtung konzentriert sich also auf die Ebenen der Markenwahl oder der Einkaufsstättenwahl (Kaufentscheidung). DerPräferenzbegriff kann sich sowohl auf die Frage beziehen, ob eine Alternative gegenüber einer anderen be­vorzugt wird oder nicht (ja-nein), als auch auf die Intensität der Bevorzugung (Präfe­renzstärke). Die Präferenzforschung als spezifischer Be­reich der Erforschung von Kaufentschei­dungen hat eine Reihe von Kauf modellen, etwa im Rahmen sog. Positionierungsmo­delle sowie für die Conjoint Analyse, ent­wickelt, die sich auch im praktischen Einsatz der Präferenzpolitik gut bewährt haben. In der Literatur werden unterschiedliche Ar­ten der Entstehung von Präferenzen ge­nannt: Präferenzen können ein Ergebnis direk­ten Lernens, z.B. nach dem Verstärkungs­prinzip sein. Auf diese Weise ist es möglich, dass schon in früher Jugend Verhaltensten­denzen gegenüber Produkten bzw. Geschäf­ten geprägt werden, die über lange Zeit wirk­sam bleiben. In einer Entscheidungssituation kann auch die eigene Entwicklung von Präferen­zen dadurch ersetzt werden, dass man die Präferenzen anderer Personen übernimmt. Beispiele dafür sind die Befolgung von Emp­fehlungen oder die Imitation des Kaufverhal­tens anderer (Meinungsführer). >>> Präferenz



20. 05. 2017

Arbeitsmarkt - Durch die Verwandlung der Arbeitskraft der Arbeiterinnen in eine Ware entstandener spezifischer Markt der kapitalistischen Gesellschaft, der Angebot und Nachfrage von Arbeitskräften erfasst. Bis 1995 war die Arbeitsvermittlung ein staatliches Monopol. Privatisiert wurde vor allem die Vermittlung und Vermietung von qualifizierten Facharbeiterinnen und Zeitarbeit. Siehe Arbeitslosigkeit, Arbeitsmarkt, zweiter, Arbeitsmarktflexibilität. Arbeitsmarktpolitik. Beschäftigungsstand, hoher, Beschäftigungspolitik, Flexibilisierung in der Theorie Teilmarkt einer Volkswirtschaft (Wirtschaft), auf dem Arbeitsleistungen von den Haushalten angeboten (LS) und den Unternehmen (Betrieb , I., 1.) nachgefragt (LD) werden. Der Schnittpunkt von Arbeitsangebots >>> Arbeitsmarkt


Vergleich - Bezeichnet sowohl die Vereinbarung zwischen Gläubigern und Schuldner bei Insolvenz des Schuldners zur Abwendung eines Konkurses (geregelt in der Vergleichsordnung) als auch die Beilegung einer Rechtsstreitigkeit durch gegenseitiges Nachgeben. gegenseitiger Vertrag, durch den >>> Vergleich


Schätzverfahren - siehe   Ökonometrie, insbes.   a) 1. Ziel von S. ist die Gewinnung von Aussagen über unbekannte, aber numerisch ausdrückbare Aspekte von Zufallsvariablen . S. stützen sich u.a. auf eine Stichprobe der in Rede stehenden Zufallsvariablen. Das Resultat eines S. ist also auch zufällig, womit klar ist, daß nicht der individuelle Ausgang einer Schätzung beurteilbar ist, sondern nur das Verfahren als solches. Man kann S. einteilen nach    -     dem zu schätzenden Sachverhalt,    -     den verwendeten Informationen,    -     dem methodischen Ansatz,    -     ihren stochastischen Eigenschaften. 2. Geschätzt werden können:          -           künftige Realisationen der Zufallsvariablen (Diese Art der Schätzung heißt Prognose .)          -           Der Umfang und  - bei einem kardinal-extensiven Merkmal - die Merkmalssumme einer endlichen Gesamtheit (Diese Art der Schätzung heißt Hochrechnung und wird in der Stichprobentheorie behandelt.)          -           Funktionen, die das Verteilungsgesetz der Zufallsvariablen beschreiben (Zu nennen sind die Dichte , geschätzt durch z.B. das Histogramm, die Wahrscheinlichkeitsfunktion, geschätzt durch relative Häufigkeiten, und die Verteilungsfunktion, geschätzt durch kumulierte relative Häufigkeiten als Treppen- oder Polygonfunktion.)          -           Funktionalparameter (Das sind Momente der verschiedensten Art wie z.B. der Erwartungswert m, die Varianz s2 oder der Korrelationskoeffizient r, Perzentile wie z.B. Median und Quartile.)          -           Funktionsparameter von Zufallsvariablen mit parametrischer Verteilung (In der Dichte der Weibull-Verteilung sind der Lokalisationsparameter a, der Skalierungsparameter b und der Formparameter c zu schätzende Funktionsparameter.)                         3. Relevante Informationen für ein S. lassen sich in eine von drei Klassen einordnen: Stichprobendaten, Priorinformationen, potentielle Konsequenzen. Für eine Schätzung stets erforderlich sind Stichprobendaten, i.e. in einer Zufallsstichprobe aus der relevanten Verteilung in Form eines Stichprobenvektors x anfallende Beobachtungen. Die klassische Schätztheorie (R. A. Fisher, Karl und E. S. Pearson, J. Neyman) arbeitet ausschließlich mit Stichprobendaten. I.d.R. hat die Stichprobe einen festen, prädeterminierten Umfang n, während man bei sequentiellen S. einen zufälligen Stichprobenumfang hat, d.h. man bricht mit dem Stichprobenziehen beim Erreichen einer gewünschten Schätzgenauigkeit ab. Unter Priorinformationen versteht man das Vorwissen und Vorkenntnisse aus dem früheren Umgang mit dem relevanten oder einem ähnlichen, eng verwandten Vorgang. Gelegentlich hat man auch nur Vermutungen. Die Priorinformation konkretisiert sich bei Schätzung eines stetigen Parameters q in der Festlegung einer Prior-Dichte:  für . Bayes-Schätzverfahren basieren auf Stichprobendaten, ausgedrüt durch die Stichprobendichte >>> Schätzverfahren